Wenn jede Hand ne andere hält,
Macht keiner dass ne Bombe fällt
(Enno Bunger, aus dem Song „Kein Mensch startet einen Krieg“)
Wir haben doch oft so Konzepte im Kopf, wie Liebe und Frieden entstehen könnten und was das Konzept dazu überhaupt wäre und wie und wo man damit anfangen müsste. Und schon ist es irgendwie wieder mega theoretisch, zu kompliziert und das Gefühl von Machtlosigkeit beschleicht einem. Und gerade damit stellen wir die Möglichkeit, dass wir alle JEDERZEIT einen Teil zum Frieden und der Liebe in dieser Welt beitragen können irgendwie als unerreichbares Konzept wieder weit von uns in eine Ecke.
Aber das stimmt so nicht!
Friedensarbeit ist mega konkret und mega einfach.
Sie fängt bei jedem Einzelnen an.
Ich habe mir ja seit ein paar Jahren auf die Fahne geschrieben, dass ich - wenn immer es mir möglich ist - dem Frieden auf dieser Welt dienen will.
Kleines Beispiel:
Neulich war ich seit langer Zeit wiedermal in einem McDonalds.
Oh, da sieht jetzt alles etwas anders aus und jeder möge seine Bestellung am liebsten selber am Bildschirm aufgeben.
Da ich von Mensch-zu-Mensch deutlich vorziehe habe ich mich an die einzige Kasse gestellt, die offen war, jedoch ohne Bedienung. Wohlgemerkt, mit grossem Hunger, sehr grossem Hunger… und wenn ich grossen Hunger habe, werde ich… sagen wir mal: SEHR fokussiert :)) Essen muss ziemlich sofort her! (Wer kennts?;)) Ich warte und warte also an der Kasse bis dann ein Mitarbeiter erscheint, der mich und das Kassensystem jedoch noch kaum versteht. Tja, was soll ich sagen? Ich wurde ungehalten, war genervt, nervös, hätte Hochdeutsch sprechen können, konnte/wollte aber irgendwie trotzig nicht. Irgendwann hats dann doch noch geklappt mit meiner Bestellung, sie wurde nach weiteren etlichen 15 Minuten an meinen Tisch gebracht, ich bin über das Essen hergefallen und hab mich dann - mit vollem Bauch - längstens wieder beruhigt.
Soweit - So gut. Alles menschlich, nichts wirklich Tragisches passiert.
Und doch.
Mein Herz tat mir weh.
Mir war absolut klar, dass mein Verhalten nicht okay war.
Nicht so, wie ich mich gegenüber anderen Menschen verhalten will.
Mir war klar, ich möchte dem Mitarbeiter Sorry sagen. Doch mein Kopf rebelliert, das bringt doch jetzt nichts, mach dich nicht lächerlich, ist doch jetzt nicht so wichtig, was werden die anderen Leute denken… BlaBlaBla.
Ich habe also meinen Mut genommen und mir ein Herz gefasst und beim nächsten Mal, als der junge Mann an meinem Tisch vorbei kam, bin ich aufgestanden und hab ihm gesagt Hey, Sorry für Vorher - Sorry dass ich so ungehalten war. Es tut mir leid! Ich hatte einfach wahnsinnig Hunger. Sorry. Und er sagt: Oh Danke, schon okay. Aber Danke! … Wir tauschen noch kurz aus, woher in dieser Welt wir kommen und dass sie aktuell in diesem Mäccie personell komplett unterbesetzt sind, wir wünschen uns alles Gute im Leben und dann verlasse ich das Resti. Und mein Herz schnurrt wieder friedlich.
Und ich bin froh, dass ich meinen BlaBla-Kopf einmal mehr Paroli geboten und dem Frieden die Hand gereicht habe.
Ja, Frieden fängt im Kleinen ganz Konkreten an, davon bin ich zutiefst überzeugt. Indem wir uns mit Respekt und Würde begegnen und wenn es gerade nicht möglich ist - was zutiefst menschlich ist - dies zu uns nehmen und Sorry sagen lernen. Auch wenns 15 Minuten, Stunden, Jahre oder Jahrzehnte später ist.